Ein verständlicher Leitfaden für Anlegerinnen und Anleger
ETFs – börsengehandelte Indexfonds – sind heute aus der Finanzwelt kaum mehr wegzudenken. Sie gelten als eine der einfachsten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen. Aber wie findet man eigentlich einen guten ETF unter den Hunderten verfügbaren Produkten?
In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, worauf du achten solltest, welche Auswahlkriterien wirklich zählen und wie du passende ETFs für deine persönliche Strategie findest.
Was ist ein ETF – und warum ist er so beliebt?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach. Anstatt einzelne Aktien auszuwählen, kaufst du über einen ETF automatisch Anteile an vielen Unternehmen gleichzeitig.
Der Vorteil: Du profitierst von einer breiten Streuung, minimierst das Risiko und investierst effizient – oft zu sehr geringen Kosten.
ETFs sind besonders beliebt, weil sie:
- einfach verständlich sind,
- geringe Gebühren verlangen,
- flexibel handelbar sind,
- und sich hervorragend für langfristige Anleger eignen.
Der erste Schritt: Die richtige Strategie
Bevor du dich für einen konkreten ETF entscheidest, solltest du dir über deine Ziele im Klaren sein. Möchtest du weltweit investieren? Nur in Europa? Möchtest du bestimmte Branchen abbilden, oder steht Nachhaltigkeit im Fokus?
Folgende Fragen helfen dir beim Einstieg:
- Willst du langfristig Vermögen aufbauen oder kurzfristig spekulieren?
- Wie hoch ist deine Risikobereitschaft?
- Willst du Dividenden erhalten oder lieber automatisch reinvestieren lassen?
- Legst du Wert auf ethische bzw. nachhaltige Kriterien?
Je klarer deine Antworten, desto leichter fällt die ETF-Auswahl.
Die wichtigsten Kriterien bei der ETF-Auswahl
Im nächsten Schritt geht es darum, den passenden ETF zu finden. Dabei helfen folgende Merkmale:
1. Index
Der ETF sollte einen soliden und breit gestreuten Index abbilden. Für Einsteiger bewährt haben sich beispielsweise der MSCI World oder der FTSE All-World, da sie Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen zusammenfassen.
Wer gezielter investieren möchte, kann auch Regionen (z. B. Europa, USA, Schwellenländer) oder Branchen (z. B. Technologie, Gesundheit) auswählen.
2. Kosten (TER)
Die Total Expense Ratio (TER) gibt an, wie hoch die laufenden Kosten des ETFs pro Jahr sind. Gute ETFs liegen meist zwischen 0,1 % und 0,5 %.
Ein niedriger TER bedeutet langfristig mehr Rendite – auch kleine Unterschiede machen über viele Jahre hinweg einen großen Unterschied.
3. Fondsgröße
Ein ETF sollte nicht zu klein sein. Als Faustregel gilt: Fonds mit einem Volumen ab etwa 100 Millionen Euro gelten als stabil und werden nicht so schnell geschlossen oder zusammengelegt.
4. Replikation
ETFs können physisch oder synthetisch aufgebaut sein. Physische ETFs kaufen die Aktien des Index tatsächlich – das ist transparent und für die meisten Anleger die bevorzugte Methode.
Synthetische ETFs verwenden Tauschgeschäfte (Swaps), um die Indexentwicklung abzubilden. Das kann Vorteile haben, ist aber etwas komplexer.
5. Ausschüttend oder thesaurierend
Bei ausschüttenden ETFs bekommst du Dividenden regelmäßig auf dein Konto überwiesen. Bei thesaurierenden ETFs werden die Erträge automatisch wieder angelegt.
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, sind thesaurierende ETFs oft sinnvoller, da sie vom Zinseszinseffekt profitieren.
Wo findet man gute ETFs?
Es gibt mehrere seriöse Portale, auf denen du ETFs suchen, vergleichen und analysieren kannst. Besonders empfehlenswert sind:
- justETF.com
- extraETF.com
- Finanzen.net
- die ETF-Suchfunktion deiner Depotbank
Dort kannst du nach Index, Region, Kosten, Ertragsverwendung und vielen weiteren Kriterien filtern. Du bekommst außerdem Infos zur Performance, Fondsgröße, Replikationsmethode und mehr.
Ein Beispiel für Einsteiger
Wenn du global gestreut investieren möchtest, könnte ein ETF auf den MSCI World ein guter Anfang sein.
Ein klassisches Beispiel:
iShares Core MSCI World UCITS ETF (IE00B4L5Y983)
- bildet über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab
- physisch replizierend
- thesaurierend
- TER: 0,20 %
Wer zusätzlich noch Schwellenländer abdecken möchte, kann einen ETF auf den MSCI Emerging Markets ergänzen. So entsteht ein Weltportfolio, das fast alle Regionen der Welt abbildet.
Die Auswahl eines passenden ETFs ist keine Raketenwissenschaft – aber es lohnt sich, ein paar wichtige Grundlagen zu beachte
Definiere zuerst deine Anlagestrategie. Überlege, welche Märkte und Themen du abdecken möchtest. Und achte bei der Auswahl auf klare Kriterien wie Index, Kosten, Fondsgröße, Replikation und Ertragsverwendung.
Ein ETF ist kein kurzfristiges Spiel, sondern eine Entscheidung für langfristigen Vermögensaufbau. Wer hier konsequent, breit gestreut und kosteneffizient investiert, hat gute Chancen, sein Ziel auch zu erreichen.